Bald erhältlich
Die Debatte über Antisemitismus ist festgefahren. Dieses Buch sprengt sie auf.
Warum werden Juden seit 2000 Jahren gehasst? Die übliche Antwort: Sie verweigern sich dem Universellen, sie sagen Nein zum „Ganzen“, zur Menschheit, zum „neuen Menschen“. Ivan Segré stellt diese Erklärung auf den Kopf:
Der Autor verfolgt die drei historischen Ausprägungen der Feindseligkeit gegen Juden – Antijudaismus, Antisemitismus, Antizionismus – von der römischen Antike bis zur Gegenwart. Er liest die Schlüsseltexte der europäischen Tradition neu: Tacitus‘ Berichte über die „Barbaren“, Paulus‘ Briefe über den „Zaun“ des mosaischen Gesetzes, Spinozas Analyse der hebräischen Republik, Hegels und Marx‘ Positionen zur „Judenfrage“, bis hin zu Simone Weils Verdikt über den „jüdischen Imperialismus“ – geschrieben 1943, während Auschwitz.
Was er in diesen Texten freilegt, ist keine jüdische Pathologie, sondern eine europäische: die Unfähigkeit, Universalismus ohne Ausschluss zu denken. Sein Buch ist keine Verteidigung jüdischer Identität, sondern ein Angriff auf die Logik, die Identitäten überhaupt erst als Problem konstruiert.
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Ivan Segré ist französischer Philosoph und Talmudgelehrter. Er promovierte bei Daniel Bensaïd und schreibt über Antisemitismus, Antizionismus, jüdische Philosophie und die Instrumentalisierung des Judentums in gegenwärtigen politischen Debatten. Seine Bücher wie La Réaction philosémite (2009), Le Manteau de Spinoza und Judaïsme et révolution verbinden linkes politisches Denken mit jüdischer Tradition und kritisieren die ideologische Vereinnahmung des Holocaust und des Antisemitismus-Vorwurfs.